Okay, ich gebe zu, bei der Überschrift ist der Youtuber in mir durchgekommen, ganz so drastisch meine ich es ja gar nicht. Ihr könnt euch wieder hinsetzen. Eins vorweg, ihr könnt euch den Film ansehen, macht es, ich habe es ja auch getan. Nur solltet ihr eines ganz entscheidend anders machen als ich…

Wenn ihr die letzten Wochen nicht im Dschungel von Australien festgesteckt habt, oder euch im Schweigekloster befandet, habt ihr sicherlich mitbekommen, dass der Film Lalaland für die Acadamy Awards nominiert ist. Nicht nur einmal, nein, ganze 14 Mal und das ist wirklich verdammt beeindruckend.

Und genau diese 14 Nominierungen sind es, die mich ins Kino lockten. Aktuell befinde ich mich im Prüfungsstress und so kommt mir ein Kinobesuch gerade recht. Ausserdem ist das „Filme schauen“ für mich so etwas wie Hausaufgaben machen. Wenn man schon irgendwas mit Medien studiert und nur lichte Berufsaussichten hat, dann soll es doch wenigstens etwas gutes haben.

Zurück zu Lalaland, ich schreibe diesen Text hier, nachdem ich gerade direkt aus dem Kino gekommen bin. Ich weiß noch nicht so richtig wohin mit meinen Gedanken. Vielleicht kann da dieser Blogbeitrag ein bisschen Einordnungshilfe leisten.

Der Film fing ca. 19:45 Uhr an, ich war ziemlich gespannt, aber auch sehr erwartungsvoll. Der Beginn des Films war so „lala“…okay sorry dafür. Es war einfach sehr, kitschig. Eine junge Frau (Emma Stone) will Schauspielerin werden, arbeitet in einem Coffee Shop (für Kaffee.) Sie träumt von der Karriere, rennt von einem zum nächsten Casting, besucht schicke Partys für schicke Leute. Außerdem gibt es natürlich noch einen Mann, gespielt von Ryan Gosling (alle Frauen dürfen nun schreien.) Dieser will seinen eigenen Club eröffnen. Es ist ein Jazz Club und spätestens dann hat der Film meine Aufmerksamkeit, denn:  J.K. Simmons taucht auf.  (Falls ihr Whiplash noch nicht gesehen haben solltet, tut es – für mich der beste Film in 2016, wenn nicht sogar der beste überhaupt.) Nunja, Simmons spielt eine kleine Nebenrolle, aber mit Referenz zu Whiplash, war seine Rolle verdammt witzig.

Ich war nun also drin, im Lalaland. Man muss wissen, der Film ist größtenteils inszeniert wie ein Musical, eigentlich bin ich überhaupt kein Fan von Musical im Film, aber die Stücke im Film waren doch insgesamt ziemlich schön. Wie man bereits erahnen kann, entwickelt sich eine romantische Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptprotagonisten. Sehr reizend, sehr schön aber oft auch kitschig. Wobei ein bisschen Kitsch in der heutigen Zeit vielleicht die richtige Antwort auf all diese bitterbösen Menschen ist.

Es passiert dann natürlich noch einiges im Film, aber ihr sollt ihn euch gefälligst selbst ansehen.

Der Film war ingesamt wirklich sehenswert, tolle Bilder, tolle Musik, eine tolle Emma Stone und natürlich ein schöner Ryan Gosling.

Doch nun zu meinem Problem: Mein Problem ist nicht der Film an sich, es ist die überdimensionale Erwartung, die ich an diesen Streifen hatte. Ich meine 14 Nominierungen!? Wird der Film diesen gerecht? Ich weiß es nicht, ich bin kein Filmexperte, kein Kritiker oder ähnliches. Ich will damit nur sagen, dass es ein Fehler ist, mit zu vielen Erwartungen in diesen Film zu gehen. Für mich haben die Erwartungen den Film kaputt gemacht. Ich saß da, vor der Leinwand und dachte die ganze Zeit, „was passiert als nächstes? Was kommt da noch?“ Ich glaube das man dann zu oft die kleinen Details, die kleinen besonderen Momente übersieht, die das ganze dann zu einem besonderen Film machen können. Das war ingesamt sehr schade für den Film. Am Ende hat mir dann doch dieses Gefühl gefehlt, dass nach dem Film die ganze Welt auf dem Kopf steht. Dieses Gefühl hatte ich unter anderem bei Whiplash oder aber beim ebenfalls nominierten Arrival.

Dennoch bin ich froh Lalaland gesehen zu haben. Wirklich enttäuscht bin ich nicht, aber überrascht, oder total begeistert eben auch nicht. Ich denke Emma Stone wird für die Rolle ausgezeichnet, in der Kategorie „Bester Film“ hoffe ich insgeheim, dass Arrival das Rennen macht.

Seid ihr denn momentan im Stress? Wenn ja, dann schaut euch diesen Film an. Vergesst dabei aber bitte diesen Post und vor allem die Nominierungen. Geht da ganz ohne Erwartungen rein. Natürlich schwierig wenn ich das jetzt sage, aber ihr schafft das.

Heute gabs einen kleinen Ausflug in die Filmwelt. Nonsens aus meinem Alltag halt, auch das gehört dazu. Und jetzt hört euch mal in all dieser Hektik dieses Lied an. Kitschig aber doch echt schön: